Burma, Birma, Myanmar?

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siamfan
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#1 Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von siamfan » Mo 13. Dez 2010, 01:45

In der Thailaendischen Presse wird fast ausschliesslich der Laendername "Burma" benutzt.

Die vielen burmesischen Wanderarbeiter in Thailand bezeichnen sich selbst als Burmesen aus Burma.

Auch z.B. die Mon-Leute darunter, die lieber keine Burmesen sein wollen, sagen, sie kommen aus Burma.

Auch die Friedens-Nobel-Preis-Traegerin Suu-Kyi redet immer nur von "Burma".

...........

Nur der Staat steht hinter dem neuen Namen.

Siehe (z.B.) auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burma
Myanmar ['mijanmaːɐ][4] ist im deutschsprachigen Raum, im Vereinigten Königreich[5], in Australien und den USA nach wie vor unter der früheren Schreibweise Birma beziehungsweise Burma bekannt.

Eigentlich handelt es sich bei Burma und Myanmar nicht um zwei unterschiedliche Bezeichnungen. Bama ['bɐma] mit verhältnismäßig dumpfem „a“ als erstem Vokal, von dem sich die englisch ausgesprochene Schreibweise Burma (und davon in anderen Sprachen wiederum Birma) herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen Sprache und für ihr Land. Dazu kommen Unterschiede in der Aussprache durch die Dialekte, denn je nachdem, wie stark man die Lippen schließt und wie viel Druck beim ersten Konsonanten entsteht, ist der Übergang von „B“ zu „M“ fließend. Der Begriff Myanma soll bis ins ausgehende 11. Jahrhundert zurückgehen und von König Kyanzittha geprägt worden sein.[6][7] Er entstammt der Schriftsprache und findet sich daher eher in historischen Dokumenten, während Bama umgangssprachlich verwendet wird. Seit den 1920er-Jahren gab es Bestrebungen, einen einheitlichen Begriff für alle im jetzigen Myanmar beheimateten Volksgruppen zu finden. So wurde mehrmals Bama durch Myanma ersetzt und umgekehrt.

Die offizielle Umbenennung des Landes in Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw („Union Myanmar“) durch das Militär war daher in erster Linie ein Vorhaben mit Außenwirkung. Das Land sollte sich als selbstbewusster Staat präsentieren, der die Kolonialzeit endgültig überwunden hat. Kritiker bemängeln, dass die Umbenennung durch die Willkür der Machthaber geschehen sei, ohne eine Volksabstimmung hierüber abhalten zu lassen.

Die Umbenennung erfolgte aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89 vom 18. Juni 1989, das auch die offizielle Schreibweise vieler Ortschaften neu bestimmte. Hierfür wurden die Namen in ihrer ursprünglichen Form, also unter Ausschluss derjenigen Veränderungen, welche sie durch den kolonialen Einfluss erfahren hatten, nach ihrer aktuellen Aussprache ins lateinische Alphabet verschriftlicht.

Die Vereinten Nationen übernahmen den neuen Namen des Staates wenige Tage nach der Verkündung durch das Militär. Dem sind mittlerweile viele Staaten gefolgt, während die Vereinigten Staaten und Australien sowie weitere Staaten und Nichtstaatliche Organisationen als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma festhalten. Auch die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sprach sich 1996 in einem Interview für das Magazin Marie Claire für die Beibehaltung von Burma aus, zum einen wegen der fehlenden Mitwirkung des Volkes, zum anderen, da der Begriff Myanmar eben nicht die Vielfalt der Volksgruppen im Lande widerspiegele.[8]

Die deutschschweizerischen und österreichischen Zeitungen verwenden vorwiegend Burma, während sich die deutschsprachigen Agenturen auf die Bezeichnung Birma geeinigt hatten.[9] Mehrere deutsche Medien, darunter Spiegel und FAZ, verwenden dennoch die Variante Burma. Auch in der DDR wurde nur die Namensform Burma verwendet.

Im Birmanischen bedeutet die Silbe Myan „fest zusammenhaltend“, die Silbe Mar „hart“, „stark“ oder auch „mächtig“.[10] Neben der offiziellen Bezeichnung nennen die Einwohner den Staat auch kurz Myanma Naingngan („Myanmarischer Staat“).


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garlic
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#2 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von garlic » Mo 13. Dez 2010, 01:49

"Myanmar"? jeder Thai wuerde sich die Zunge abbrechen. Ausserdem .... hoert das nicht mit "..maa" auf :P

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TrangPeter
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#3 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von TrangPeter » Mo 13. Dez 2010, 06:58

Die Burmesen halten auch an ihrer alten Hauptstadt fest.

Nur sagen koennen die das nicht laut, hier sind naemlich ueberall auch Leute von der "Sicherheit" :lol: Ernsthaft! :x

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#4 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von andithai » Do 16. Dez 2010, 12:20

TrangPeter hat geschrieben:......
Nur sagen koennen die das nicht laut, hier sind naemlich ueberall auch Leute von der "Sicherheit" :lol: Ernsthaft! :x
Das waere ja wie mit der Stasi! :idea: :?: :idea:

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#5 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von siamfan » Sa 1. Jan 2011, 09:34

http://derstandard.at/2393429/Burma-Birma-oder-Myanmar
Burma, Birma oder Myanmar?
von Redaktion | 10. März 2008, 13:01

'Myanmar' wurde von der Militär-Junta 1989 als Landesbezeichnung festgelegt - Die demokratische Opposition lehnt diesen Namen abDer offizielle Name des südostasiatischen Landes ist Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw, Union von Myanmar.

Bereits mehrmals in der Geschichte wechselte das Land seinen Namen von Burma in Myanmar und wieder zurück. Beide Worte bezeichnen die größte Bevölkerungsgruppe, die Bamar, in ihrer eigenen Sprache (Burmanisch). 'Myanmar' existiert bereits seit dem sechsten Jahrhundert und entstammt der Schriftsprache; Bama, von dem sich das englische Wort 'Burma' ableitet, ist der umgangsprachliche Ausdruck und in der Bevölkerung verbreiteter. Im Burmanischen bedeutet die Silbe Myan 'schnell', die Silbe Mar 'stark'.

Junta-Name

Am 18. Juni 1989 legte die Militärjunta aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89, dem "Adaptation of Expressions Law", den Namen des Landes offiziell mit Myanmar fest. Auch Rangun wurde in Yangon umbenannt, sowie zahlreiche andere Ortsbezeichnungen. Die demokratische Opposition unter der inhaftierten Aung San Suu Kyi ist gegen diese von der Diktatur vorgenommene Umbenennung und spricht sich für die Beibehaltung von Burma aus. In der Bevölkerung herrscht die selbe Haltung vor: Myanmar wird als Ausdruck der Willkür des Militärregimes abgelehnt.

Die UNO und zahlreiche andere Staaten folgten jedoch der Vorgabe der Junta und übernahmen den Namen Myanmar unmittelbar nach der Verkündung durch das Militär. Die USA, Australien und zahlreiche Staaten und NGOs halten dagegen als Zeichen ihrer Ablehnung des Regimes am Namen Burma fest.

Die Bezeichnung 'Birma' ist die eingedeutschte Variante von Burma. (red)
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#6 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von bukeo » Sa 15. Jan 2011, 16:41

maesot hat geschrieben: So ganz stimmt das nicht. Die ethnischen Minderheiten wie z.B. die Mon, Shaan, Karen und Kachins bezeichnen
sich nicht als Burmesen.
ja, richtig.
Wir haben immer Hausmädchen aus Burma, sind aber Thai Yais, also Shans aus dem Shan Staat.
Sind keine Burmesen, verstehen auch tw. kein Burmesisch, sondern sprechen eine eigene Sprache und haben eine
eigene Schrift.

Hier ein Beispiel - ein Shan Song. Unser Hausmädchen freut sich immer, wenn ich ihr so etwas vorspiele :-)

Besuche auch unseren Blog: http://www.schoenes-thailand.at und unter Twitter auf @schoenesthailan

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#7 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von siamfan » So 16. Jan 2011, 00:41

@maesot
ich habe mich etwas "oberflaechlich" ausgedrueckt!
Fast alle Gruppen sind stolz auf ihre eigene Zugehoerigkeit.

Mir ging es nur um die Frage "Burma, Birma, Myanmar?"

Eine Karen wird niemals sagen, sie kommt aus "Myanmar" sie sagt, sie kommt aus Burma. zdas bezieht sich einfach nur auf die Landesbezeichnung.
Das Land "Karen" gibt es bis heute nicht. :-|
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#8 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von Markus » So 16. Jan 2011, 03:26

:-P Ist doch ueberall das Gleiche! Der richtige Saarlaender sagt bis heute nicht das er Deutscher ist, da wuerde man ja mit Badensern unter einen Hut gesteckt. :aerger:

Das ist in Burma schon noch anders.

Die mon-people haben gesagt, sie haetten sogar ihre eigene Armee. Friedlich, ohne Freiheitskampf.


Und sie haben auch nochmal eine andere Zeitrechnung/Kalender.

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#9 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von bukeo » So 16. Jan 2011, 03:29

siamfan hat geschrieben:
Eine Karen wird niemals sagen, sie kommt aus "Myanmar" sie sagt, sie kommt aus Burma. zdas bezieht sich einfach nur auf die Landesbezeichnung.
Das Land "Karen" gibt es bis heute nicht. :-|
richtig, soweit ich informiert bin, hat (hatte) nur eine Minderheit einen eigenen Staat - das sind die Shans mit State of Shan.
Haben seinerzeit die Burmesen während einer Parlamentssitzung überfallen und alle erschossen. General Khun Sa hat dann jahrelang versucht,
diesen Staat wieder eigenständig zu machen, ist ihm aber nicht gelungen, da er keine internationale Unterstützung wegen seines Drogenhandels erhielt.
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#10 Re: Burma, Birma, Myanmar?

Beitrag von bukeo » So 16. Jan 2011, 10:53

maesot hat geschrieben:
Wie kommst Du denn darauf? :lol: Meine Frau hat als Karen absolut kein Problem zu sagen, dass sie aus Birma/Burma oder Myanmar kommt, weil die meisten Ausländer Karen oder Kayin Division nicht kennen.
unser Hausmädchen sagt schon das sie aus Burma kommt, da ja heute ihr Land zu Burma gehört. Aber wenn die Leute dann von Burmesinnen sprechen, sagt sie aber, das sie keine Burmesin ist.
Wenn wir in Nachbarländer reisen, kommen wir ja auch aus Thailand, ohne Thais zu sein :-)
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